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Verlegung von „Stolpersteinen“ in Meimbressen 2026

Ihre Namen bleiben sichtbar

Vierte Stolpersteinlegung in Meimbressen – Heinrich Neutze erhielt Ehrenschild

 

von Wanda Curic

Meimbressen – Im September 1935 drangen SA-Männer aus Weimar und Fürstenwald in mehrere jüdische Häuser in Meimbressen ein. Auch das Haus der Familie Goldwein blieb nicht verschont. Doch Ruth Goldwein stellte sich den Männern in den Weg und verweigerte ihnen den Zutritt. Dann wurde sie abgeholt, verhört und schließlich in die Landesheilanstalt Marburg eingewiesen. Ein Jahr später starb sie dort.

Heute erinnert ein Stolperstein an Ruth Goldwein. Gemeinsam mit den Steinen für ihre Familienangehörigen liegt er genau an der Stelle, an der einst das Haus der Familie stand. Das Gebäude wurde 1965 abgerissen, weil die Straße zwischen Meimbressen und Ehrsten verbreitert werden sollte.

Die Geschichten der Goldweins und von 24 weiteren jüdischen Menschen aus Meimbressen standen bei der vierten Stolpersteinverlegung im Mittelpunkt. 18 Nachfahren der Familien Goldwein, Löwenstein und Frankenberg waren dafür eigens angereist. Für sie war es eine Reise in die Vergangenheit – und zugleich ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Geschichte ihrer Familien nicht vergessen ist.

Die Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Grupe-Schule in Grebenstein erzählten dort von den Menschen, deren Namen nun wieder im Ortsbild sichtbar sind. Sie berichteten von ihren Lebenswegen und Schicksalen

 

Elena Padva, Leiterin des Sara-Nussbaum-Zentrums für Jüdisches Leben in Kassel, begleitete die Verlegung musikalisch auf der Gitarre. An der ersten Verlegungsstelle der Familie Goldwein sagte Henrich Neutze, Vorsitzender von „Judaica in Meimbressen“: „Solange wir die Namen lesen und sehen, können wir uns erinnern.

Wie persönlich diese Erinnerung sein kann, zeigte der Besuch von Lea Raps. Ihr Vater Willy Löwenstein hatte acht Jahre lang von 1925 bis 1933 im Haus der Frankenbergs gelebt und gearbeitet – als Teil der Familie.

1934 flüchtete Löwenstein nach Israel und lebte dort bis zu seinem Tod 1989. Raps war gemeinsam mit ihrer Tochter Dana Bracha und ihrem Ehemann Eliezer Raps nach Meimbressen gekommen.

Ich weiß, dass mein Vater gerne in Meimbressen gelebt hat, denn er hat viele Fotos gemacht“, erzählte sie. Auf den Bildern seien viele schöne Erinnerungen festgehalten. Einige hatte ihr Vater aus dem Fenster des Hauses der Frankenbergs aufgenommen. Für Raps sind diese Fotos bis heute eine Verbindung zu ihrem Vater. „Ich freue mich auch sehr, dass ich endlich mal wieder Deutsch sprechen kann“, sagte sie. Ihr Vater habe ihr die Sprache beigebracht. Auch dadurch fühle sie sich ihm verbunden.

Neben den bewegenden Momenten hielt die Stolpersteinverlegung für Henrich Neutze noch eine besondere Überraschung bereit. Andreas Güttler, Kreisvorsitzender des Landkreises Kassel, überreichte ihm gemeinsam mit Bürgermeister Maik Mackewitz das Ehrenschild des Landkreises Kassel.

Außerdem erhielt „Judaica in Meimbresen e.V.“ eine Förderung in Höhe von 1490 Euro von der Kulturstiftung des Landkreises Kassel für die Verlegung der Gedenksteine.

Die Stolpersteinverlegungen sind besonders unterstützenswert – gerade vor dem Hintergrund der gesamtpolitischen Lage“, sagte Güttler.

Veröffentlicht in der HNA-Hofgeismarer Allgemeine vom 9. September 2026; engl. transl.

Die biographischen Texte, die von den Schülerinnen und Schülern der Heinrich-Grupe-Schule Grebenstein verlesen wurden, finden Sie zeitnah hier.

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